Fest im Sattel

Dies ist ein Bild vom Wilden Westen, wie er  in Wirklichkeit nie war oder wie er fast nie war.

Der Cowboy war in Wirklichkeit ein schmutziger, überlasteter Arbeiter, der endlose Kilometer unter glühender Sonne oder Regen und Wind ritt, um Zäune zu reparieren oder verlorene Kälber zu suchen. 
Doch der Cowboy hatte ein heldenhaftes Selbst Image als wild reitender, schnell schießender Draufgänger, und so erscheint er auch in Büchern und auf Gemälden vom Wilden Westen.
Das Image wuchs aus einem Körnchen Wahrheit. Manche Cowboys schossen sich tatsächlich mit Indianern oder bezwangen Wildpferde und fingen Bären mit dem Lasso, wie sie es auf den Bildern von Frederic Remington und Charles Russell tun.
Beide Maler ritten mit den Cowboys auf den Trails .Sie hielten jede Einzelheit ihres täglichen Lebens fest, teilten jedoch ihre idealisierende Vorstellungen. Indem sie den Cowboy größer erscheinen ließen, als er in Wirklichkeit war,fingen Remington und Russell eine übergeordnete Realität  ein: die Auffassung ,die vom Cowboy und mit der Zeit von der ganzen Nation geteilt wurde, daß er in der Tat der Held der kühnsten Legende seines Landes war.
 
Das wahre Gesicht des amerikanischen Cowboys
 
Die große Zeit des amerikanischen Cowboys dauerte kaum eine Generation , vom Ende des Bürgerkriegs bis Mitte der achtziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts, als schlechte Wetterbedingungen, unzureichendes Management der Rangers, der riesigen Weidegründe und katastrophale Preise auf den Viehmärkten das Ende der alten, ungebundenen Arbeitsweise erzwangen.In jener kurzen Zeitspanne betrug die Gesamtzahl der Cowboys, die die Rindertrecks durch die Great Plains zu den Eisenbahnlinien im Norden durchführten, nicht mehr als 40 000.
Erhalten gebliebene Fotos wie die Aufnahme unten zeigen, daß die meisten Cowboys erstaunlich Jung ( im Durchschnitt nur 24 Jahre) waren und trotz ihres stahlharten Blicks und der Revolver, die sie vielleicht eigens für den Photographen angelegt hatten, schienen sie etwas von Bauernburschen an sich zu haben. 
   
Lebensechte Cowboys wie diese fünf aus Montana waren gewöhnlich jünger und weit weniger selbstbewusst als Remingtons und Russells Helden. Für den Photographen mit Revolver und Gewehren bewaffnet und grimmig dreinblickend, konnten sie allerdings ebenso wild und verwegen aussehen.
 
 
Es waren Männer einer besonderen Zeit und eines besonderen Landes, die nach einem Kodex rauer Frontiersmen Sitten und viktorianischer Wertbegriffe lebten, entbehrungsreiche und gefährliche Arbeiten verrichteten und gegen ein Land von überwältigender Größe kämpften das immer neue Katastrophen für den Menschen bereithielt.
Diese grausame Wirklichkeit des Lebens in den großen Weide gebieten  äußert sich bei jeden Mann anders, wie die folgenden autobiographischen Mitteilungen zeigen.
Sie unterstreichen aber auch ausdauer  und Schicksals Bejahung,die praktisch jeden Cowboy charakterisierten. 
George Duffield trieb 1866 eine Herde Longhornrinder von Texas nach Iowa und führte Tagebuch über die ungeheuerlichen Strapazen dieses Trecks.
                            
                           George Duffield
 
Gequälte Sätze springen uns aus den Seiten entgegen:
,, unser Wagen im Fluß umgestürzt und viel unserer Kochutensilien verloren.......war die ganze Nacht auf den Pferd und es Regnet stark.... Mein Messer verloren..... Heute ist einer von uns ( Mr. Carr) ertrunken und einige nur knapp davongekommen, darunter ich .....Viele Männer geht es schlecht.    
Pferde alle am Ende und Männer weigerten sich , noch was zu tun........Furchtbare Nacht ....hatten seit 60 Stunden keinen bissen zu essen......Erschöpft .....Indianer machen uns sehr zu schaffen.... Oh!
Was für eine Nacht.... Donner, Blitz und Regen , wir haben die ganze Nacht unsere Rinder gesucht, da sie dauernd fortliefen..........Wir zogen die Rinder den halben Tag lang mit Ochsen aus dem Schlamm.....Das sind für mich finstere Tage. Nichts als Brot und Kaffee. Alles murrt und flucht ....alles ist nass und kalt... Krank und mutlos. Bin noch nicht durchgedreht , aber sehr kurz davor......Auf meinem Rücken überall Blasen.....Ich habe wahnsinnige Kopfschmerzen.... Unsere Briefe sind alle an die stillgelegte Poststelle geschickt worden......Fliegen schlimmer, als ich je erlebt habe....Wetter sehr heiß.... Indianer unverschämt .....ein Mann liegt mit Furunkeln und einer mit Wechselfieber ......Fand heute ein menschliches Skelett in der Prärie.....'' 
 
 
 
Danke für euren Besuch

Nach oben